Tag 1: Lagecheck und Eingewöhnungsmarsch

von Jens | 18. November 2009, 12:35 Uhr | in Wandern | 12 Kommentare


Kleinwalsertal Genau so habe ich mir das vorgestellt: Bereits beim ersten “richtigen” Urlaubsbericht hänge ich hinterher (auch wenn es heute nur im Stundenbereich liegt) – meine Zeitplanung war wohl etwas optimistisch. Ich gelobe Besserung!

Gallery not found. Please check your settings. Hätte ich den Artikel zeitnah geschrieben, dann wüßte ich vielleicht sogar noch, wie unsere erste Nacht in einem Schrankbett war. Nach über zwei Monaten kann ich mich daran natürlich nicht mehr erinnern, geschweige denn, wie lange wir denn geschlafen hatten. Da der Tag der Eingewöhnung dienen sollte und kein stundenlanger Marsch auf einen Berggipfel anstand, ließen wir ihn ruhig beginnen. Ich korrigiere: Die Uhrzeit des ersten Bild des Tages (07:52:03 Uhr) lässt vermuten, dass wir zumindest nicht ausgeschlafen haben. Wir waren scheinbar (noch) hoch motiviert. Gallery not found. Please check your settings. Wem sei es auch zu verdenken, bei diesem Wetter und diesem Blick ins Tal!
Das Frühstück bestand jeden morgen aus 1-2 Brötchen (je nachdem, wieviele unserer täglichen 6 Brötchen wir auf die Tour mitnehmen wollten) & Brioche, hin und wieder verfeinert durch ein Frühstücksei und natürlich Obst. Gallery not found. Please check your settings. Ach, und Kaffee. Allerdings machte uns dabei das Leitungswasser einen Strich durch die Rechnung und wir mussten auf gekauftes, stilles Wasser für die Kaffeezubereitung ausweichen (ich kam mir vor wie am Ende der Zivilisation). Anfangs hatten wir es einfach mit Sprudel probiert (natürlich geschüttelt), doch wirklich prinkelnd war das auch nicht. Also prickelnd war es schon, aber dadurch auch etwas “ungewohnt”. Seien wir ehrlich, es war widerlich! Wie dem auch sei, die kleinen Kaffeetassen Espressotassen gaben uns kaffeetechnisch den Rest. Kaum ist der Kaffee in der Tasse, ist er mit zwei Schluck auch schon wieder weg. Ich gebs zu, ich bin ein verwöhnter Kaffeepot-Kaffeetrinker.
Gallery not found. Please check your settings. Frisch gestärkt und mit einem gepackten Rucksack ging es gegen 10 Uhr endlich los.
Unsere erste – kleine – Tour sollte der “Obere Höhenweg” sein. Keine Gipfelkreuze, keine Klettersteige. Einfach gemütlich entlang der Berge wandern und sich langsam an die Höhenluft gewöhnen ;) Am ersten Tag ist natürlich alles noch aufregend! Egal, wohin man blickt, man kommt aus dem Staunen (und dem Fotografieren) nicht mehr heraus. Kaum ist man 10 Minuten gewandert und 100 Höhenmeter weiter oben, kann man schon die nächsten Bilder machen. An Motiven hat es definitiv nicht gemangelt!
Gallery not found. Please check your settings. Unser Weg führte uns direkt den kleinen Berg in Richtung Schwarzwasserbachtal hinauf (ich habe keine Ahnung, ob der Seitenarm des Kleinwalsertales wirklich so heißt, aber ich nenne ihn einfach so). Im Laufe des Urlaubes sollte der Weg zu unserer Standardstartroute werden (Bild (Blick nach hinten über unsere Ferienwohnung hinweg): im Vordergrund der Elferkopf, dahinter der Zwölferkopf). Dann ging es ein kurzes Stück entlang Straße in Richtung “Hoher Ifen” weiter, bevor wir wieder links ins Haupttal abbogen.
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Christian nutzte die Gelegenheit, unsere nächsten potentiellen Ziele zu fotografieren, wohingegen ich noch etwas ungläubig daneben stand: “Da wollen wir ernsthaft hoch?“. Das linke Bild zeigt das Walmendinger Horn, mit 1990 Metern zu Recht sehr beeindruckend, nicht zuletzt durch diese wunderbar kitschige Bergspitze (zumindest von dieser Seite aus). Der Hohe Ifen (das Bild rechts) war auf eine ganz andere Art und Weise beeindruckend: Wo um alles in der Welt ist dort der höchste Punkt (immerhin 2230 Meter) und wie bitte sollen wir auf das Felsplateau kommen? Ganz davon abgesehen, dass es ein ordentliches Stück ist bis dorthin (und dann ist man noch lange nicht oben). Im Inneren schwankte ich zwischen Zweifel und Vorfreude – vertraute aber ganz auf Christian, der die Tour und unser Leistungsnivau kennt.
Gallery not found. Please check your settings. Heute führte uns unser Weg jedoch auf einem schön asphaltierten Weg den Berg hoch (den ersten knackigen Anstieg hatten wir bereits hinter uns. Der Skilift links verrät, dass wird nicht mehr ganz im Tal sind). Zwischendurch legten wir immer wieder kleine Pausen ein, sei es, um uns nachträglich noch mit Sonnencreme einzuschmieren (wer hätte auch ahnen können, dass es so schön wird), einen Schluck zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen oder einfach nur, um die nächsten 20 Bilder zu knippsen.
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Ich sag es doch: 10 Meter gelaufen und der nächste atemberaubende Anblick. Auf beiden Bildern ist wieder der Elfer- und Zwölferkopf zu sehen – diesmal sogar noch mit passendem Tal und angeschlossener Bergkette im Hintergrund.
Gallery not found. Please check your settings. Und dann war sie plötzlich da, die erste Kuh des Urlaubs! Sogar mit einer richtigen Kuhglocke. Wie im Fernsehen ;-) Auf dem kleinen Hügel hinter unserem Haus befand sich zwar eine Scheune, aber dort lebten “nur” drei Pferde (im Nachheinein bin ich wirklich froh, nicht 10 Tage nonstop selbst nach den Wanderungen noch dieses nervende Kuhgebimmel ertragen zu müssen). Von den dreien war übrigens mindestens ein Pferd ein Hengst und eins eine Stute. Fragt nicht, warum wir das wissen ;-)
Natürlich darf auch ein (Beweis-)Foto mit uns beiden nicht fehlen. Gallery not found. Please check your settings. Netterweise steckten überall Stative aus Holz im Boden (es könnten auch Pfosten eines Zauns gewesen sein). So ersparte man es sich, wildfremde Menschen anzusprechen, diesen die Funktionsweise eines Fotoapparates zu erklären (“dort müssen sie draufdrücken, aber bitte fest, denn sonst fokusiert er nur!” – wir dürfen schließlich nicht vergessen, dass der Standardwanderer dort nicht ganz so technikaffin ist (ich liebe Vorurteile!)) um dann trotzdem genau in diesem Moment zu blinzeln. Selbst ist der Mann! Diese Methode hat zudem den Vorteil, an den menschenfeindlichsten Orten Fotos schießen zu können.
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Der weitere Weg führte uns recht flach am Berg entlang. Eigentlich schön, denn so konnte man ungestört die neuen Eindrücke verarbeiten und musste nicht unnötig Energie dazu verschwenden, einen steilen, steinigen Weg zu verfluchen! Entsprechend des recht niedrigen Anspruchgrades war auch das sonstige “Publikum”: hier ein altes Ehepaar mit Kniebundhosen, Wanderstock und Hut (im Laufe des Urlaubes sollte ich noch mein wahres Wunder erleben!), dort eine Familie mit Kinderwagen und dahinter ein verliebtes Pärchen in Turnschuhen. Vielleicht waren wir etwas overdressed ;-)
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Am Ende des Tales angekommen und mittlerweile über ein paar Serpentinen wieder abgestiegen, gelangten wir in das schöne Nest “Baad”. Hier ist die Welt wirklich noch in Ordnung! Saftige grüne Wiesen, blauer Himmel, eine kleine Kapelle und zig Ferienwohnung mit gut betuchten Touristen ;)
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Für den Rückweg hatten wir zwei Alternativen zur Auswahl: entweder wir nehmen den Bus, welcher dank der Gästekarte kostenlos ist, oder wir wandern entlang der Breitach zurück nach Hirschegg. Für uns durchtrainierte, junge Wanderer war es natürlich keine ernsthafte Frage. Zumindest nicht an diesem Tag.
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Natürlich konnten wir es uns nicht verkneifen, aus den Bergstiefeln zu springen und unsere Füße im kalten ar***kalten Wasser abzukühlen. Der restliche Weg war wunderschön, wie wir es erwartet hatten. Und da Flüsse für gewöhnliche bergab fließen, auch nicht sonderlich anstrengend. Lediglich der Schlußanstieg zu unserer Ferienwohnung hatte es nochmal in sich. Im Winter wird man dort definitiv Schneeketten brauchen.
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Nach knapp 3,5 Stunden (reine Laufzeit) und 15 Kilometern waren wir wieder an unserem Ausgangspunkt angelangt. Schnell noch ein Foto vom Haus geschossen (unsere Wohnung war links oben mit Balkon), dann unter die Dusche und auf dem Balkon noch die letzten Sonnenstrahlen bei einem Kaffee genießen. Um die Kohlenhydratspeicher für den nächsten Tag zu füllen, gab es abends natürlich leckre Nudeln mit einem Schluck einer Flasche Rotwein. Nebenbei haben wir den Wetterbericht für die kommende Woche angeschaut und der war alles andere als erfreulich: die nächsten Tage soll es gut bleiben, dann aber kälter werden und zudem regnen. Da der Hohe Ifen der höchste Berg in unserem Urlaub sein würde, wollten wir die Tour eigentlich als Höhepunkt gegen Ende des Urlaubs laufen. Aber im Regen? Ohne Aussicht? Nein Danke! Entsprechend schnell ging unsere Planung für die nächsten beiden Tage: morgen das Walmendinger Horn, den Tag drauf zum Hohen Ifen.
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Der Vollständigkeit halber gibt es noch unsere Route und das unspektakuläre Höhenprofil.

Mein Fazit des ersten Tages: Wow! Ich bin hin und weg. Die Landschaft war selbst in 1500 Metern Höhe schon atemberaubend, wie wird es dann wohl erst sein, wenn wir auf über 2000 Metern Höhe stehen? Ich muss gestehen, dass ich während der Wanderung etwas gelästert habe und das Kleinwalsertal als “das Mallorca / den Ballerman der Rentner” verunglimpflicht habe. Der Altersdurchschnitt war am ersten Tag aber auch recht hoch (nehmen wir mal die ganzen Kleinkinder, die von ihren Eltern mitgeschleift wurden, aus der Rechnung heraus), aber hey, diese Menschen wissen die Natur noch zu schätzen. Ein Wanderurlaub wird nur bei den wenigstens Jugendlichen gegen einen Cluburlaub mit Party, Party, Party standhalten können. Wenn die wüssten, was sie verpassen ….

Ich freue mich auf den nächsten Tag!

Tag 1Oberer Höhenweg
Distanz:15,61 km
Zeit:3:23 h
Höhenmeter:1030 hm
höchs. Punkt:† 1528 m
Punkte:24
Temperatur:20 °C

Die ausgewählten Bilder des ersten Tages in der Übersicht
(2-3 Stück haben es doch nicht in den Artikel geschafft)

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12 Kommentare zu “Tag 1: Lagecheck und Eingewöhnungsmarsch”

  1. Farmin Gorerunner
    18. November 2009 um 12:43

    Oh….. das ist so schön! Ich brauch’ Urlaub!!
    Bin auf Deine weiteren Berichte gespannt!

  2. Indy
    18. November 2009 um 12:47

    WAS FÜR GEILE BILDER!

  3. Evchen
    18. November 2009 um 12:59

    Hi Jens,

    boi, wirklich schön geschrieben, interessant, auf Tagträumreise schickend, ansteckend!
    Danke, daß Du Dir die Mühe für uns machst und poste die Artikel lieber ein ewnig verspätet, aber nimm Dir bitte die Zeit. Ich finde, das ist es wert und ich warte gern.:-)

    Als Kind hatte ich mal so einen Minifernseher. Man mußte durchgucken, konnte dann ein Knöpfchen oben drücken und sah Bilder von Landschaften. Kennst Du? So sehen Deine Fotos aus. *kringel* Sehr hübsch!

  4. Christiane
    18. November 2009 um 14:21

    So schöne Aussicht und so schönes Wetter – da wird man ja richtig neidisch. Sagt mir doch bitte, dass es ein NACHBericht IST :-)
    Im Übrigen glaube ich nicht, dass die meisten jungen Leute der Natur und dem Wandern nichts angewöhnen können. Nur haben die einen wenig Gelegenheit, ihre Liebe dafür zu entdecken – und die anderen geben’s nicht zu, weils “uncool” ist. Traurig, aber so verhindern Fremdbilder den Genuss einer ganzen Generation!

  5. Hannes
    18. November 2009 um 21:29

    Haaaaaaaaaaaaaaaaach.
    Urlaub.
    Berge.
    Haaaaaaaaaaaaaaaaach.
    *neid*

  6. ironschroedi
    19. November 2009 um 11:07

    du verzückst mich mit deinen Fotos….. oh menno, ich will auch.

  7. An-Kas
    19. November 2009 um 17:24

    Ich hätte auch sooooo wahnsinnig gern Urlaub! Und ich hätte auch nichts gegen Wandern einzuwenden. Ganz im Gegenteil, bei der Landschaft, dem Wetter und so tollen Fotomotiven, wäre ich vollkommen ausgelastet!
    LG, Anke

  8. Gerd
    20. November 2009 um 07:06

    So ein Wetter und so eine Landschaft.
    Ich will Urlaub!!

  9. Christian
    22. November 2009 um 16:15

    Jaaaaaa. Endlich der lang ersehnte Bericht.
    Ich freu mich schon drauf, den Urlaub nochmal gedanklich zu durchleben – denn der war Klasse! Allein schon die Überschriften machen mich hibbelig xD

    Sehr schön beschrieben alles, habe nix hinzuzufügen ;)
    Wenn ich da jetzt rauskuck könnte ich ja fast etwas wehleidig werden… Kommt mir das nur so vor, oder ist im Herbst/Winter die Welt wirklich mit weniger FARBE ausgestattet? oO

    Freu mich auf die kommenden Artikel. Hau rein!
    Gruß, Christian

  10. RunningDan
    23. November 2009 um 10:49

    In einem Schrankbett hatte ich bislang auch noch nicht geschlafen. Dachte, so etwas gibt es nur in amerikanischen Fernsehproduktionen. ;-) Sind aber mal wieder super Bilder, die du da online gestellt hast. Da muss das Laufen / Wandern einfach Spaß machen.
    Gruß, Daniel.

  11. Jens
    23. November 2009 um 18:02

    Vielen Dank für eure netten Kommentare! Ihr könnt ich euch nicht vorstellen, wie schwer es mir fällt, alle Bilder durchzuschauen und die schönsten auszusuchen.

    Dabei muss ich das Lob für die tollen Bilder an Christian weiterleiten (der nun ganz frisch auch zu den Bloggern gehört: http://www.eppinator.de/blog )

    Und ich kann euch beruhigen, es ist ein NACHbericht ;)

    Hoffentlich werde ich euch bald den nächsten Arikel präsentieren können ..

  12. Ernährung und Ironman Training | Ironman in 1000 Tagen
    24. November 2009 um 21:37

    [...] sinnlos viel Zeit mit Büchern und mit dem herumsuchen im Internet vergeuden wollt, um so eurem Innerenschweinehund die Genugtuung zu geben? (war nicht so erst gemeint, wie es sich angehört [...]

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